Postkolonialismus und Utopie

Lecture „Popmusik zwischen Postkolonialismus und Utopie“, und anschl. & Panek-Diskussion mit Mark Ernestus (Ndagga), Bernd Friedmann (Nonplace), Stefan Schneider (TAL), Florian Meyer (DISK), Avril Ceballos (CÓMEME), Interkultur Ruhr, Essen. 23.11.2017.

Interkulturelle Pop- und Clubmusik ist ein globales Phänomen. Zeitgenössische kulturelle Praktiken wie Popmusik und Mode bieten als Ausdrucksform zwischen künstlerischem Anspruch und einem globalen Markt generell ein ideales Experimentierfeld für die Fusion verschiedener Stile und Traditionen. Durch die Digitalisierung und die damit einhergehende Entstehung global vernetzter Subkulturen hat diese Tendenz in den letzten Jahren extrem zugenommen. In den „Listening Sessions“, die Avril Ceballos vom Plattenlabel Cómeme und Guy Dermosessian von Kalakuta Soul Records 2017 auf Einladung von Interkultur Ruhr veranstalteten, wurden Akteure dieser Szenen in Austausch mit dem musikalischen Geschehen im Ruhrgebiet gebracht.

Aber sind diese Phänomene wirklich neu? Begriffe wie „Weltmusik“ oder „Folklore“ klingen seit Langem in unseren Ohren, haben eine ganz eigene Geschichte, Formate und Szenen, auch Märkte kreiert. Zu beobachten ist, dass sich die Musik, die sich „Globaler Pop“ nennt, häufig klar abgrenzt von den quasi historischen Festivals und Messen der Weltmusik. Diese wiederum fremdeln mit der Wortklauberei – vielleicht auch mit der Coolness und dem Differenzbegehren der neuen Generation. Interkultur Ruhr geht an diesem Abend auf die Suche nach dem „common ground“ – sicher auch, um darüber zu streiten: Wie sprechen wir heute, am Ende des Jahres 2017, miteinander über Musik?

Mehr Info: http://interkultur.ruhr/kalender/5-netzwerktreffen-interkultur-weltmusik-2-0